BIOS-Problem nach Batterieausfall

  • BIOS-Problem nach Batterieausfall

    Hallo,

    ich bin neu hier und bitte um einen Rat, mein Problem ist:

    Bei meinem PC hatte die Stützbatterie auf dem Mainboard Unterspannung, zuerst durch Fehler bei Zeit und Datum aufgefallen. Habe also eine neue Batterie eingesetzt. Der PC läuft unter XP und auch noch unter Windows 98SE, beides ist mehrfach installiert.

    XP läuft wieder einwandfrei, aber Win98 bleibt beim Booten hängen, letzte Anzeige „MODE-Funktion ‚Codepage auswählen‘ ausgeführt“, dann noch einige Sekunden Festplattenaktivität und dann Pause.

    Im abgesicherten Modus ist ein Booten möglich, aber nach längerer Zeit kommt ein Piepton, dann alle 15 Sekunden ein Piepton.Von den BIOS-Einstellungen verstehe ich fast nichts, möchte nicht alles durchprobieren. Die Wahl „Setup Defaults“ brachte keine Änderung (nach Batterieausfall hat man diese Einstellungen wohl schon?)

    Ich mache übrigens fleißig Backups, nicht nur von den Daten. Aber die BIOS-Einstellungen habe ich mir leider nicht gemerkt.

    Der PC (Noname) wurde vor acht Jahren gebraucht gekauft, hat einen Pentium III, 2 HDDs, Motherboard ASUS CUV4X, BIOS ist von Award, genauere Bezeichnung konnte ich nicht finden.

    Dies ist mein zweiter Anlauf zur Problemlösung, bei computerbase.de hat man mir nur dieses Forum genannt. Hoffe doch, dass ich hier einen Tipp bekomme.

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    Hinweis:

  • nach Batterieausfall hat man diese Einstellungen wohl schon?


    Korrekt, dann sind die BIOS-Einstellungen auf " Default ".

    Zitat

    Stützbatterie auf dem Mainboard

    Nennt sich übrigens: CMOS-Batterie.

    Zitat

    Der PC läuft unter XP und auch noch unter Windows 98SE, beides ist mehrfach installiert.

    Wie darf man das " mehrfach " verstehen ?


    P.S: Gibt´s einen Grund warum Du noch Win 98 nutzen willst, rein interessenhalber?

  • Hallo,

    Mit mehrfach meine ich, mehr als eine W98-Systempartition und mehr als eine XP-Systempartition. Ist nützlich z.B. zur Fehlereinkreisung, wie auch jetzt: Keine der beiden W98-Partitionen ist normal startbar.

    Warum ich noch W98 und XP verwende (außer Windows 7): Das ist nicht nur Nostalgie. Mit W98 läuft mein Scanner und ein alter Streamer (Ditto max). Verwende für Backups aber auch Festplatten. Neue Streamer kosten ja wohl so 1500 €, Bänder natürlich extra.

  • Du musst die Boot.ini finden und die Einstellungen überprüfen/korrigieren:

    Boot.ini, Einträge und Optionen.
    Zwei Möglichkeiten zur Anzeige der Boot.ini
    1.
    Die Boot.ini findet man, wenn man im Windows-Explorer auf
    Erweitert >> Ordneroptionen >> Ansicht klickt, und das Häkchen bei
    "Geschützte Systemdateien ausblenden (empfohlen)" entfernt.
    Nun ist sie sichtbar und im Stamm(Root)verzeichnis zu finden.
    Meistens C:\
    2.
    Der einfachere Weg über die Systemsteuerung.
    Start >> Systemsteuerung >> System >> Erweitert >> Einstellungen
    (unter Starten und Wiederherstellen) >> Rubrik Systemstart
    Hier auf bearbeiten klicken und die Boot.ini wird geöffnet.
    --------------------------------------------------------------
    3.
    Unter Start > Ausführen > msconfig > ok > Boot.ini kann man die Gültigkeit der Einträge prüfen.
    -------------------------------------------------------------
    Start > Ausführen > c:/boot.ini > ok

    Edit:
    Den Inhalt der boot.ini hier posten, es kann dir dann bestimmt einer helfen.

    Die Datei Boot.ini könnte mit einer Dualbootinstallation ungefähr so aussehen:

    [boot loader]
    timeout=30
    default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(3)\WINDOWS

    [operating systems]
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\winnt = "Windows 2000"
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(3)\windows = "WindowsXP Professional Edition" /fastdetect

  • Hallo,

    bedanke mich für den prompten und ausführlichen Beitrag.
    Hier ist nun die boot.ini:


    [boot loader]
    timeout=4
    default=C:\
    [operating systems]
    C:\="11 Win98"
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(4)\WINDOWS="14 WinXP 1 NTFS" /noexecute=optin /fastdetect
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(5)\WINDOWS="15 WinXP 2 FAT32" /noexecute=optin /fastdetect
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(6)\WINDOWS="16 WinXP 3 NTFS" /noexecute=optin /fastdetect
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(7)\WINDOWS="17 WinXP 4 NTFS 1212" /noexecute=optin /fastdetect


    Win98 findet man da nur einmal und eben habe ich noch zwei genannt.
    Lösung: Der PC hat zwei Bootmenüs. Das andere gehört aber nicht zu XP.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass hier der Fehler zu suchen ist.
    Nach wie vor kann ich alle Systempartitionen über die Bootmenüs wählen und im abgesicherten Modus kann ich sogar die W98-Installationen booten.
    Ein Fehler durch eine geänderte Software wäre übrigens kein Problem, auch sehr alte Backups sind noch vorhanden. Nur die BIOS-Einstellungen sind da wohl nicht drauf. Warum eigentlich nicht? Hat das noch niemand erfunden?

  • Geil! Ich bin begeistert!
    Endlich jemand, der noch echte Hardware einsetzt. Und dann auch noch ein AGP-Pro Board. Hast Du dafür auch eine echte AGP-Pro-Grafikkarte? Nur den VIA-Chipsatz mag ich nicht so.
    Mein Gott ist das lange her, dass ich P3-Systeme konfiguriert habe…

    Sind denn die Elkos auf dem Board auch noch alle intakt? http://www.heise.de/ct/hotline/Gewoelbte-Elkos-317950.html

    Ich denke jedenfalls auch, dass es ein Problem mit den BIOS-Einstellungen geben kann.
    Wir können die ja mal eben durchgehen und ich sage Dir der Reihe nach, was Du umstellen solltest und warum:

    Es fängt im Main-Menü (Hauptmenü) an mit den einzelnen Platten: Wenn Du etwas modernere IDE-Platten (heute müsste man PATA sagen) einsetzt, kannst Du in ihrem jeweiligen Untermenü (Primery/Secondary Master/Slave) den Punkt SMART Monitoring auf [Enabled] stellen, damit die Selbstüberwachung der Platte vom BIOS kontrolliert wird und Dir eventuell auftretende Defekte frühzeitig bekannt werden.

    Und schon sind wir im Menü Advanced (=erweitert, forgeschritten).
    Hier können oben alle Einstellungen für den Prozessor vorgenommen werden.
    Allerdings ist das auch mittels Jumpern und DIP-Switches auf dem Board machbar und solange ich nicht weiß, welche CPU eingesetzt ist und ob die vielleicht schon richtig läuft, können wir das überspringen.

    Es folgt das Untermenü >Chip Configuration. Die SDRAM Configuration erfolgt hier am Besten [By SPD].
    Das ist nicht etwa die sozialdemokratische Speicherkonfiguration, sondern bedeutet nur, dass die Timing-Einstellungen für den Speicher mit dessen Tabelle in seinem jeweiligen kleinen ROM-Baustein (SPD-EEPROM) auf dem Speicher-Modul abgeglichen und vom BIOS eingestellt werden.
    Dann gibt es da noch zwei Punkte, die Du Dir merken solltest: Delayed Transaction und PCI to DRAM Prefetch. Das sind Puffertechniken, die – so man sie enabled - die Performanz des Rechners steigern können. Allerdings besteht die Gefahr, dass er damit nicht 100%ig zuverlässig läuft und da er ja momentan Probleme macht, solltest Du das erst testen, wenn er wieder iO ist…

    Dann ist da noch die Graphics Aperture Size, die bei Verwendung von 3D-Anwendungen der Grafikkarte möglichst hoch eingestellt werden sollte (mind. 32MB), jedoch nicht mehr als die Hälfte des verfügbaren Arbeitsspeichers betragen sollte. Wenn Dein RAM mehr als 512 MB beträgt, kannst Du sie auf 256 stellen…
    Soviel zur Chip Configuration.

    Es geht wieder zurück und in das nächste Untermenü >I/O Device Configuration.
    Hier interessiert uns das weitere Untermenü >Onboard Peripheral Resource Control.
    Dort solltest Du den ersten Punkt Onboard AC97 Modem Controller von [Auto] auf [Disabled] umstellen. Das Board hat ja einen AMR-Slot (Audio-Modem-Riser) für den es – wie der Name schon sagt – Soundkarten und Modems gab. In Deutschland waren die sehr selten und ich denke nicht, dass bei Deinem Rechner etwas darin steckt. Leider machte die Autoerkennung aber unter den damaligen Betriebssystemen (W95/98) in einigen Fällen Probleme bei den Soundtreibern, weshalb man das lieber ausschalten sollte…
    Falls Du noch irgendwelche DOS-Spiele verwendest, kannst Du in diesem Untermenü noch den OnBoard Legacy Audio Support aktivieren. Dann kann unter DOS auf eine soundblasterkompatible Soundkarteneinrichtung zurückgegriffen werden…

    Und wieder zurück, dafür in die >PCI Configuration. Dort bitte den Punkt SYMBIOS SCSI BIOS auf [Disabled] umstellen. Der machte sonst mit einigen Adaptec-Contollern und Netzwerkkarten Probleme. Bei Verwendung nur einer AGP-Karte, solltest Du auch den Punkt VGA BIOS Sequence auf [AGP/PCI] umstellen. Mit einigen TV-Tunerkarten startete sonst der Rechner ohne Bild.
    Das war’s für Advanced.

    Jetzt kommt das dritte Obermenü Power:
    Hier kann man sogar ein zeitgesteuertes Einschalten des Rechners einrichten: Unter >Power Up Control der Punkt Automatic Power Up lässt das Starten nach Datum [By Date] oder täglich [Everyday] zu.

    Und nun kommt endlich das Obermenü Boot:
    Hier findet sich der Punkt Plug & Play O/S, der für Windows 98 eigentlich auf [Yes] stehen sollte. XP interessiert sich dafür wohl weniger. Für meine Begriffe ist das hier wahrscheinlich der Casus knaxus.

    Ich habe da ganz tübe irgendwelche Widersprüchlichkeiten vor Augen. Kann mich aber nicht mehr genau erinnern. Vielleicht musste man das bei einigen Boards für Win98 oder 98SE auch genau regelwidrig einstellen.
    Sollte der Punkt also bereits auf Yes stehen, kannst Du ihn testweise auch auf No umstellen. In dem Fall übernimmt das BIOS nicht nur einen Teil, sondern fast die gesamte Resourcen-Verteilung der Hardware, wie man es an sich nur für DOS und Win3.x brauchte.

    Den darunter liegenden Punkt Reset Configuration Data solltest Du bei dieser Gelegenheit und bei jeder Änderung der Hardwarekonfiguration auf [Enabled] stellen. Dieser Reset wird dann nur einmal beim nächsten Start ausgeführt und bezieht sich nur auf die ESCD-Daten (Extended System Configuration Data) in denen die Adressbereiche und weiteren Werte für die verbaute Hardware gespeichert sind. So führt das BIOS diese Konfiguration einmalig erneut aus. Beim nächsten Aufruf des BIOS-Setup steht der Punkt immer wieder auf [Disabled]...

    Und nun kannst Du das BIOS-Setup mit der Taste F10 unter Speichern der Änderungen wieder verlassen…

    Erzähl mal, was noch so in dem schönen alten Rechner verbaut ist: Grafikkarte, CPU, wieviel Speicher?

    Nicht verzagen. Kato fragen!
    Wo geholfen wird, da fallen Späne...

  • Hallo,
    vielen Dank für die gut verständliche Anleitung.
    Zur Hardware muß ich noch ein paar Angaben machen. XP zeigt da an:
    CPU Pentium III 669 MHz,
    Grafikkarte Nvidia Riva TNT2 Model 64/Model 64 Pro,
    RAM 768 MB.

    Nun zu deiner Anleitung. Ich habe alle Empfehlungen befolgt – mit folgenden Einschränkungen:

    OnBoard Legacy Audio Support habe ich disabled gelassen, sonst wären drei weitere Einstellungen erforderlich gewesen.
    VGA BIOS Sequence gibt es bei mir nicht, heißt da Primary VGA BIOS, habe da AGP Card gewählt.
    Bei Plug & Play O/S habe ich beide Möglichkeiten probiert.

    Leider hat das alles keine Besserung gebracht, die W98-Bootversuche mißlingen, außer im abgesicherten Modus. Die Signaltöne sind auch unverändert. Hoffentlich gibt es da noch eine Möglichkeit! Werde das Ganze aber noch mal überprüfen, aber erst morgen.

    Die Elkos habe ich mir übrigens auch mal ansehen, wirken noch wie neu. Ins Netzteil habe ich aber nicht reingeguckt…

  • Hallo!

    Zur CPU-Speed: Im BIOS sind wählbar 333, 500, 667 und manuell eingegebener Wert.
    Die jetzige Frequenz von 667 MHz wurde schon vorher verwendet. Habe aber auch mal 333 Mhz versucht, brachte keine Verbesserung.

    Aber das Verhalten des Rechners nach dem Einschalten hat sich geändert. Der Bildschirm bleibt zunächst dunkel und die erste Anzeige ist dann schon ein Bootmenü. Installierte Laufwerke z.B. werden also nicht mehr angezeigt. Ursache sind wohl Änderungen der BIOS-Einstellungen, bitte um einen Tip, die alten Anzeigen fand ich doch besser.

    Zu dieser Auflistung der installierten Geräte muß ich noch etwas nachtragen, hätte ich schon eher mitteilen sollen. Diese Liste, die ja nur kurz sichtbar ist, hatte sich nach dem Batterieausfall erheblich verlängert, reichte bis zum unteren Bildschirmrand!

    Bei dem Thema Anzeige der vorhandenen Geräte kann ich gleich bleiben. Habe mir den Gerätemanager (W98 abgesicherter Modus) mal genauer angesehen. Da werden zu viele Geräte angezeigt, z.B. 17 Laufwerke, 9 Bandlaufwerke, 5 Monitore und andere Fehler. Teilweise sind das Geräte, die früher mal installiert waren, manche Geräte werden auch mehrfach angezeigt, andere sind mir unbekannt.
    Habe mal die überzähligen Laufwerke entfernt, brachte keine Änderung. Alle Laufwerke entfernt, auch keine Änderung.

  • Vielleicht solltest Du mal herausfinden, welcher Prozessor denn da nun genau drin steckt.
    17 Laufwerke, 9 Streamer und 5 Monitore... Na das System hat ja schon einiges gesehen.
    Ich fürchte fast, Du wirst das Win98 mal neu installieren müssen, weil das vielleicht schon ein bisschen ranzig geworden ist.
    Die weniger umfangreiche Anzeige ist vielleicht auf den Punkt Plug & Play OS zurückzuführen...

    Nicht verzagen. Kato fragen!
    Wo geholfen wird, da fallen Späne...

  • - Voller Erfolg! -

    Um wieder zu meinem gewohnten Startbilschirm zu kommen, habe ich bei Plug & Play O/S die beiden Möglichkeiten yes und no probiert, brachte aber keine Änderung. Schließlich habe ich Setup Defaults gewählt und da hatte ich wieder den gewohnten Bildschirm.
    Dann fiel mir aber Casus knaxus ein, da stand no und ich habe yes gewählt. Nach dem nächsten Start war es dann wieder da, das lange entbehrte Windows 98. Ein voller Erfolg!

    Vielen Dank für die freundliche und effektive Hilfe!

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