Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass Menschen unter 30 sehr empfindlich argumentieren und Bemerkungen und Ratschläge nicht als solche annehmen, sondern als Angriff oder Beleidigung interpretieren. Es kommt mir so vor, als ob diese Altergruppe(n) ein binäres Denken haben, soll heißen, Angriff oder kein Angriff, dazwischen findet Nichts mehr statt. Ich habe die Theorie, dass es an den sozialen Medien liegt. Sie haben Angst, dass sie gegen den Strom schwimmen könnten und so vom Kollektiv durch Ausgrenzung und Mobbing bestraft werden. Es ist schon seltsam, dass sich alle über das chinesische System aufregen und es bei uns durch die Hintertür noch viel schlimmer ist. Hier diszipliniert sich die Gesellschaft selbst und wer es versteht dieses zu lenken und zu steuern, was eigentlich nur geringe Grundkenntnisse in Psychologie erfordert, kann damit eine ganz Gesellschaft durcheinander bringen. Es braucht eigentlich nur den Fingerzeig, um eine Person Mundtot zu machen und damit mit seiner individuellen Meinung aus dem Spiel zu nehmen. Im Moment merkt die Gesellschaft dieses binäre Denken nur in einem begrenzten Umfang, da noch die Generation dran ist, die auch noch die Zeit ohne Internet kennen. Doch ohne es zu bewerten, ist die Wählerschicht der Grünen in der Hauptsache in den unter 30 jährigen zu finden und dass diese Partei zu radikalen und binären Handlungen fähig ist geben sie sogar selbst zu. Ich möchte diese Partei nicht angreifen, sie ist aber das Ergebnis von dem, was ich versucht habe zu umschreiben. Es gibt kein dazwischen, du machst es oder du bist raus, einen Diskurs, also eine Diskussionskultur, wie sie in einer Demokratie eigentlich normal sein sollte, findet nicht mehr statt. Die Stammtischkultur, wie verrufen sie auch gewesen ist, ist dieser Gesellschaft verloren gegangen.
Wir müssen wieder lernen über etwas zu reden und zu streiten, ansonsten wird die Zukunft von likes und dislikes abhängig sein ![]()
Siehe dazu die Serien