FRITZ!Box als Werbeblocker: DNS-Filter in FRITZ!OS 8.50 einrichten ("Fritzhole")
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Norbert Hofmann -
26. September 2026 um 23:34 -
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- So funktioniert der DNS-Filter
- Voraussetzungen
- DNS-Filter einrichten: Schritt für Schritt
- Welche Sperrliste ist die richtige?
- So prüfen Sie, ob der Filter wirkt
- Wenn etwas nicht mehr funktioniert
- Grenzen des DNS-Filters
- FRITZ!Box-Filter oder Pi-hole?
- Noch kein FRITZ!OS 8.50? Die Alternative
- Häufige Fragen
Kurz gesagt: Mit FRITZ!OS 8.50 bekommt die FRITZ!Box einen eingebauten DNS-Filter, in der Community "Fritzhole" genannt. Er blockiert Werbung, Tracker und bekannte Schadsoftware-Domains für alle Geräte im Heimnetz, ohne Zusatzgerät wie einen Raspberry Pi. Sie finden ihn unter Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → DNS-Filter. Stand Ende September 2026 ist FRITZ!OS 8.50 für die meisten Modelle noch als Laborversion verfügbar, die fertige Version steht kurz bevor.
Werbeblocker im Browser kennt fast jeder. Sie wirken aber nur in diesem einen Browser, nicht in Apps, auf dem Smart-TV oder bei Geräten von Gästen. Ein DNS-Filter setzt eine Ebene tiefer an: Er sorgt dafür, dass Werbe- und Tracking-Adressen im ganzen Heimnetz gar nicht erst erreichbar sind. Bisher brauchte man dafür ein Zusatzgerät mit Pi-hole oder AdGuard Home. Mit FRITZ!OS 8.50 übernimmt das die FRITZ!Box selbst.
So funktioniert der DNS-Filter
Jedes Gerät fragt beim Aufruf einer Webseite oder App zuerst per DNS nach, welche IP-Adresse hinter einem Namen wie werbung.example.com steckt. Normalerweise beantwortet die FRITZ!Box diese Anfragen für alle Geräte im Heimnetz. Der DNS-Filter gleicht jede Anfrage mit Sperrlisten ab. Steht die Adresse auf der Liste, bekommt das Gerät keine gültige Antwort, und die Werbung wird nicht geladen.
Das wirkt auf allen Geräten, die die FRITZ!Box als DNS-Server nutzen: PCs, Smartphones, Tablets, Smart-TVs, Spielekonsolen und Smart-Home-Geräte. Installieren müssen Sie auf den Geräten nichts.
Voraussetzungen
- Eine FRITZ!Box mit FRITZ!OS 8.50. Die Funktion ist für zahlreiche aktuelle Modelle vorgesehen, darunter FRITZ!Box 7690, 7630 und 7590 AX. Welche Modelle genau unterstützt werden, zeigt die Übersicht im FRITZ! Labor.
- Bis zur Freigabe der fertigen Version: eine Laborversion von FRITZ!OS 8.50 über das FRITZ! Labor auf fritz.com.
- Die Geräte im Heimnetz müssen die FRITZ!Box als DNS-Server verwenden. Das ist im Auslieferungszustand der Fall.
Zur Laborversion: Laborversionen sind Testversionen und können Fehler enthalten. Wer auf ein stabiles Internet angewiesen ist, etwa im Homeoffice, wartet besser auf die fertige Version. Wer die Laborversion installiert, sollte vorher unter System → Sicherung die Einstellungen sichern.
DNS-Filter einrichten: Schritt für Schritt
- Melden Sie sich unter fritz.box an.
- Öffnen Sie Heimnetz → Netzwerk und wechseln Sie zum Reiter Netzwerkeinstellungen.
- Klicken Sie auf Erweiterte Netzwerkeinstellungen und öffnen Sie den Bereich DNS-Filter.
- Aktivieren Sie den Filter und fügen Sie eine Sperrliste über deren Internetadresse hinzu (Empfehlungen siehe unten).
- Legen Sie fest, dass die Liste regelmäßig automatisch aktualisiert wird.
- Übernehmen Sie die Einstellungen. Die Liste wird geladen und ist danach sofort aktiv.
Welche Sperrliste ist die richtige?
Die FRITZ!Box verarbeitet gängige Listenformate, sodass Sie frei verfügbare, von der Community gepflegte Listen nutzen können. Bewährt haben sich die Listen von HaGeZi, und zwar in der Variante "Wildcard Domains", die sich am zuverlässigsten importieren lässt:
- Multi NORMAL für Werbung, Tracking und bekannte Schadsoftware. Ein guter Start mit wenig Nebenwirkungen:
https://cdn.jsdelivr.net/gh/hagezi/dns-blocklists@latest/wildcard/multi-onlydomains.txt - Threat Intelligence Feeds als optionale Ergänzung speziell gegen Phishing-, Malware- und Betrugsseiten:
https://cdn.jsdelivr.net/gh/hagezi/dns-blocklists@latest/wildcard/tif-onlydomains.txt
Tipp: Starten Sie mit einer Liste und beobachten Sie ein paar Tage, ob alles funktioniert. Aggressivere Listen blocken mehr, legen aber auch häufiger Apps oder Webseiten lahm.
So prüfen Sie, ob der Filter wirkt
Öffnen Sie am PC die Eingabeaufforderung oder das Terminal und geben Sie ein:
nslookup doubleclick.net
Liefert die Abfrage keine echte Adresse mehr, sondern eine leere Antwort oder 0.0.0.0, ist der Filter aktiv. Zum Vergleich sollte nslookup paules-pc-forum.de weiterhin eine normale Adresse liefern.
Wenn etwas nicht mehr funktioniert
Sperrlisten sind nie perfekt. Hin und wieder wird eine Adresse blockiert, die eine App oder Webseite zum Funktionieren braucht, etwa bei Gutscheinportalen, Preisvergleichen oder beim Anmelden in manchen Apps. In diesem Fall tragen Sie die betroffene Adresse in den Einstellungen des DNS-Filters als Ausnahme ein. Welche Adresse das ist, finden Sie am einfachsten heraus, indem Sie den Filter kurz deaktivieren und prüfen, ob das Problem verschwindet, und dann im Forum nachfragen.
Grenzen des DNS-Filters
- YouTube- und Streaming-Werbung: Werbung, die vom selben Server kommt wie die eigentlichen Inhalte, kann ein DNS-Filter nicht von den Inhalten unterscheiden. YouTube-Werbung bleibt deshalb in der Regel sichtbar.
- Geräte mit eigenem DNS: Nutzt ein Gerät oder eine App einen eigenen DNS-Server, geht die Anfrage an der FRITZ!Box vorbei. Das betrifft etwa Browser mit aktivierter Funktion "Sicheres DNS" (DNS über HTTPS) mit einem fest eingestellten Anbieter. Soll der Filter auch dort greifen, stellen Sie diese Option im Browser auf "Automatisch" bzw. auf den Standardanbieter Ihres Netzwerks.
- Keine Statistik: Anders als Pi-hole zeigt die FRITZ!Box keine ausführliche Auswertung, welche Anfragen wann blockiert wurden.
FRITZ!Box-Filter oder Pi-hole?
Für die meisten Haushalte reicht der eingebaute Filter völlig aus. Wer bereits ein Pi-hole betreibt und die Statistiken schätzt, hat keinen Grund zu wechseln.
Noch kein FRITZ!OS 8.50? Die Alternative
Wer die Laborversion nicht installieren möchte, kann schon jetzt einen öffentlichen DNS-Dienst mit Filter in der FRITZ!Box eintragen, etwa einen Anbieter, der Werbe- und Schadsoftware-Adressen blockiert. Die Einstellung finden Sie unter Internet → Zugangsdaten → DNS-Server. Aktivieren Sie dort nach Möglichkeit auch die verschlüsselte Namensauflösung (DNS over TLS). Beachten Sie, dass Sie damit alle DNS-Anfragen Ihres Haushalts an diesen Anbieter weitergeben. Wählen Sie deshalb einen Anbieter mit transparenter Datenschutzerklärung.
Häufige Fragen
Was ist "Fritzhole"?
So nennt die Community den DNS-Filter von FRITZ!OS 8.50, in Anlehnung an das bekannte Werbeblocker-Projekt Pi-hole. Offiziell heißt die Funktion schlicht DNS-Filter.
Wirkt der Filter auch im Gastnetz?
Ja, sofern die Geräte im Gastnetz die FRITZ!Box als DNS-Server nutzen, was der Standard ist.
Macht der Filter das Internet langsamer?
Nein, eher im Gegenteil. Da Werbung und Tracker gar nicht erst geladen werden, bauen sich viele Seiten sogar schneller auf.
Ist ein DNS-Filter ein Ersatz für einen Virenscanner?
Nein. Er blockiert bekannte Schadsoftware- und Phishing-Adressen und ist damit eine sinnvolle zusätzliche Schutzschicht. Einen Virenscanner und regelmäßige Updates ersetzt er nicht.
Erfahrungen mit dem DNS-Filter, empfehlenswerte Listen oder Probleme mit einzelnen Apps? Tauschen Sie sich gerne im Bereich Netzwerke mit der Community aus.